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An dem Projekt Fassadenbegrünung sind Handwerksbetriebe aus Bereichen beteiligt, wie sie verschiedener nicht sein können.
Zwischen dem Gärtner auf der einen Seite und dem Fassadenbauer, Schlosser oder
Metallbauer auf der anderen Seite müssen alle Einzelheiten sorgfältig abgestimmt werden. Da nicht zu erwarten ist, daß der eine detaillierte Kenntnisse über das Fachgebiet des anderen hat, ist es die Aufgabe des Planers, die Arbei-
ten zu koordinieren und die Vorbereitungen
entsprechend abzustimmen.
Wie wichtig die genaue Abstimmung der Beteiligten ist, zeigen die folgenden Beispiele:
Pflanzen mit Saugwurzeln und Haftscheiben benötigen kein Rankgerüst. Diese Einzelheiten sind dem Schlosser
wahrscheinlich nicht bekannt.
Rankgerüste müssen Gewichten und Windlasten standhalten. Die Lasten sind immer in die tragende Wand einzuleiten. Ferner sind je nach vorhandenen
Baustoffen die unterschiedlichsten Dübel erforderlich.
Da die Verankerung der Rankhilfe immer in der tragenden Wand erfolgen muß, sind oft Dämmzonen zu überbrücken. Die Befestigungen müssen so konstruiert werden, daß Regenwasser nicht in die Dämmschicht eindringen kann.
Rankpflanzen können ein erhebliches Eigengewicht erreichen.
Witterungseinflüsse wie Regen, Schnee oder überfrierende Nässe erhöhen das Gewicht der Pflanzen. Das Rankgerüst muß mit allen Befestigungspunkten dieser Belastung standhalten, selbst dann, wenn widrige
Windverhältnisse die Situation verschärfen.
Da Rankpflanzen bis zu 100 Jahire alt werden können, sollte auch die Rankhilfe diese Lebensdauer ohne Wartung errei-
chen. Befestigungen, die durch Korrosion zerstört und ausgetauscht werden müssen oder Rankgerüste, die regelmäßig
einen Anstrich benötigen, sind für Begrünungen nicht geeignet.
Starke Winder, wie Blauregen oder Baumwürger, müssen in einem bestimmten Abstand zur Fassadenaußenhaut
hochranken. Dies ist insbesondere bei empfindlichen Fassadenbekleidungen zu berücksichtigen. Die Pflanzen
entwickeln eine derartige Kraft, daß bei einem zu geringen Abstand mit Schäden an der Fassade zu rechnen ist.
Regenfallrohre oder Blitzableiter sind ungeeignete Kletterhilfen. Sie werden meistens in einem Abstand von 1-2
cm zur Wand verlegt. Wächst die junge Pflanze, sind die geringen Abstände zur Wand für die jungen Triebe noch
ausreichend. Mit zunehmendem Alter wächst auch der Umfang der Triebe. Der Platz reicht nicht mehr aus, die
Dübel werden aus der Wand gezogen, die Regenrohre beschädigt.
Ketten und Lochbleche sind als Kletterhilfe ungeeignet. Im
Laufe der Zeit wächst das Kettenglied in die Pflanze ein und die Pflanze stirbt ab.
Pflanzen mit lichtfliehenden Trieben kriechen in jede Öffnung, die sich ihnen bietet. So dürfen diese Pflanzen nicht zur
Begrünung von hinterlüfteten Fassaden eingesetzt werden. Dies gilt auch für Rolladenkästen oder Lüftungsöffnungen.
Die senkrechten Spannseile der Kletterhilfe sollten nur mäßig gespannt werden. An der obersten Aufhängung wird
alle Kraft benötigt, um das Pflanzengewicht aufzunehmen. Dieser Punkt sollte nicht zusätzlich durch zu große
Vorspannung des Seiles belastet werden.
Ferner ist die Kraft nicht zu unterschätzen, die durch die
Vorspannung mittels Wantenspanner entsteht. Auch auf diese Art und Weise kann jeder Dübel aus der Wand
gezogen werden und es kann zu Unfällen kommen.
Andererseits könnte auch die Pflanze die starke Vorspannung übel nehmen. So benötigt z. B. Blauregen ein leicht gespanntes Seil. Ist das Seil zu stramm, wächst es in den Stamm ein und beschädigt die Pflanze.
Die Seilspannung sollte von Zeit zu Zeit überprüft und angepaßt werden.
Begrünte Fassaden müssen gepflegt werden. Die Pflanzen sind zurück zuschneiden, um eine Verkahlung im
unteren Bereich zu vermeiden. Außerdem muß das Totholz alljährlich entfernt
werden.
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